Wandstärke: Wie viele Millimeter brauchen Sie beim 3D-Druck
Die Wandstärke ist der Abstand zwischen Außen- und Innenfläche eines Teils. Beim 3D-Druck entscheidet sie über die Festigkeit und darüber, ob ein dünnes Detail überhaupt gedruckt wird.
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Inhalt
Warum der Düsendurchmesser zählt
Unsere Drucker haben eine 0,4-mm-Düse, eine Linie Kunststoff ist also etwa 0,4 mm breit. Eine Wand besteht aus einer ganzen Zahl dieser Linien. Eine Linie ergibt eine Wand von rund 0,4 mm, zwei rund 0,8 mm, drei rund 1,2 mm und so weiter.
Konstruieren Sie eine Wand mit 0,5 mm Stärke, rundet der Slicer sie auf oder sie wird gar nicht gedruckt. Am besten funktionieren Stärken nahe an Vielfachen von 0,4 mm.
Welche Stärken Sie nehmen können
- Unter 0,8 mm. Die Wand kann fehlen oder brüchig sein. Siehe auch kleinstes Detail.
- 0,8 bis 1,2 mm. Dekorative Teile und Abdeckungen, die nichts tragen.
- 1,2 bis 2 mm. Gängige Boxen, Halter und Funktionsteile.
- 2 mm und mehr. Teile, die sich biegen, verschraubt werden oder Last tragen.
Wände, Infill und Festigkeit
Beim 3D-Druck trägt nicht nur das Infill die Last, sondern vor allem die Wände am Rand. Siehe auch Wände im Slicer und Infill. Eine dickere Wand macht das Teil schneller fest, als wenn Sie nur das Infill erhöhen.
Im Rechner wählen Sie leichtes (10 %), Standard- (15 %) und festes (40 %) Infill. Die Wandstärke gibt aber Ihr Modell vor, und ist die Wand zu dünn, gleicht das Infill es nicht aus.
Wandstärke und Preis
Dickere Wände bedeuten mehr Gramm und längere Druckzeit, also einen höheren Stückpreis. Das Material kostet bei PLA 8 € und bei PETG 9 € pro Kilogramm, den größten Teil des Preises macht aber die Druckzeit aus. Mehr dazu bei hohlen Modellen.
Häufige Fragen
Wie dünn darf eine Wand mindestens sein?
Mit 0,4-mm-Düse praktisch 0,8 mm, also zwei Linien. Dünnere Wände sind brüchig und werden manchmal gar nicht gedruckt.
Welche Stärke reicht für ein Funktionsteil?
Meist 1,2 bis 2 mm. Biegt sich das Teil oder trägt es Last, nehmen Sie 2 mm und mehr.
Hilft mehr Infill statt einer dickeren Wand?
Nur teilweise. Die Last nehmen vor allem die Wände am Rand auf, eine dünne Wand rettet das Infill also nicht.
Verwandte Begriffe
Wände (Perimeter)
Wände, fachsprachlich Perimeter, sind die Umfangslinien, mit denen die Düse die äußere und innere Kontur jeder Schicht zeichnet. Zusammen bilden sie die Hülle des Teils.
Infill (Füllung)
Der Infill (Füllung) ist ein lockeres Gitter, das beim 3D-Druck das Innere des Teils ausfüllt. Er wird in Prozent angegeben, und je höher er ist, desto fester, schwerer und teurer ist das Teil.
Kleinstes Detail
Das kleinste Detail ist das kleinste Element, das sich im 3D-Druck noch sauber drucken lässt. Bei FDM mit 0,4-mm-Düse sind das etwa 0,8 mm in der Breite und 0,2 mm in der Höhe.
Hohlmodell
Ein Hohlmodell hat innen einen geschlossenen Hohlraum statt vollem Volumen. Beim FDM-Druck übernimmt das Infill das Innere, ein manuelles Aushöhlen ist daher meist nicht nötig.
Toleranzen
Toleranzen beim 3D-Druck legen fest, um wie viel ein gedrucktes Maß vom Modell abweichen darf und wie viel Spiel zwischen Teilen bleiben muss, die ineinanderpassen sollen.
Schichthöhe
Die Schichthöhe ist die Dicke einer einzelnen Schicht, aus denen der Drucker das Teil von unten nach oben aufbaut. Sie beeinflusst, wie deutlich die Schichten an der Oberfläche zu sehen sind und wie lange der Druck dauert.
QuellenQuellen geprüft 01.11.2026, 2
- Walls, OrcaSlicer Wiki, geprüft 2026-11-01
- Fused filament fabrication, Wikipedia, geprüft 2026-11-01
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