PEI-Platte: die Oberfläche, die hält und wieder loslässt
Eine PEI-Platte ist ein flexibles Stahlblech mit einer Oberfläche aus Polyetherimid, auf dem das Filament in der Wärme gut haftet und das Teil nach dem Abkühlen loslässt. Sie ist heute die gängigste Druckbett-Oberfläche.
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Inhalt
Was PEI ist
PEI steht für Polyetherimid, einen harten und hitzebeständigen Kunststoff. Auf das Druckbett wird er als dünne Schicht auf ein flexibles Stahlblech aufgebracht. Das Blech wird meist magnetisch auf die beheizte Basis gesetzt und lässt sich abnehmen.
Das Prinzip ist einfach: Ist die Platte heiß, haftet der Kunststoff gut darauf. Kühlt sie ab, lässt die Haftung nach, und das Teil löst sich, oft von selbst. Bei festen Stücken biegen Sie das Blech leicht, und das Teil springt ab. Es ist ein gewöhnliches Druckbett.
Glatt oder strukturiert
Glattes PEI ergibt eine glänzende Unterseite des Teils. Strukturiertes (texturiertes) PEI hat eine feine körnige Oberfläche, die sich in die Unterseite abdrückt. Eine solche Oberfläche versteckt kleine Fehler besser und hält gut, deshalb ist sie bei PLA und PETG sehr beliebt.
Bei PETG ist bei glattem PEI Vorsicht geboten: Der Kunststoff kann darauf zu stark haften und beim Ablösen Stücke der Oberfläche herausreißen. Deshalb nutzt man auf glattem PEI oft eine Trennschicht, zum Beispiel dünnen Klebestift.
Pflege und was der Kunde davon hat
- Sauberkeit. Fett von den Fingern verschlechtert die Haftung. Die Platte reinigt man mit Isopropylalkohol oder warmem Wasser mit Spülmittel.
- Verschleiß. Nach vielen Drucken wird die Oberfläche abgerieben, und der Kunststoff hält nicht mehr (Haftung). Dann tauscht man das ganze Blech.
- Für Sie. Bei der Bestellung müssen Sie sich um die Platte nicht kümmern. Der Abdruck ihrer Oberfläche ist an der Unterseite des Teils zu sehen, drehen Sie das Modell deshalb so, dass die wichtigste Fläche nach oben zeigt.
Warum PEI ältere Oberflächen verdrängt hat
Vor PEI nutzte man Glas mit Kleber oder Malerkrepp. Beides funktionierte, brauchte aber vor jedem Druck Vorbereitung und nutzte sich mit der Zeit ab. PEI auf flexiblem Blech ist sofort einsatzbereit, nichts muss aufgetragen werden, und das Teil löst sich mit einmaligem Biegen.
Verschiedene Kunststoffe haften unterschiedlich stark auf PEI. PLA hält schon bei etwa 55 bis 60 °C gut, bei PETG ist es wegen der schon erwähnten starken Haftung schwieriger. Deshalb unterscheidet sich die Betttemperatur je nach Material und richtet sich nach der Empfehlung des Filamentherstellers.
Häufige Fragen
Wofür steht die Abkürzung PEI?
Für Polyetherimid. Das ist ein harter, hitzebeständiger Kunststoff.
Ist strukturiertes PEI besser als glattes?
Für den Druck mit PLA und PETG ist es praktischer, das Teil haftet gut und löst sich leicht. Glattes ergibt eine glänzende Unterseite.
Warum klebt PETG so stark auf PEI?
Bei hoher Temperatur geht PETG mit glattem PEI eine sehr feste Verbindung ein. Eine Trennschicht oder eine strukturierte Oberfläche hilft.
Verwandte Begriffe
Druckbett
Das Druckbett ist die ebene Fläche eines 3D-Druckers, auf die die erste Schicht gedruckt wird und von der das fertige Teil nach dem Abkühlen abgenommen wird. Seine Oberfläche beeinflusst Haftung und Aussehen der Teileunterseite.
Heizbett
Ein Heizbett ist ein Druckbett mit eingebauter Heizung, das die untersten Schichten des Teils warm hält. So haftet der Kunststoff besser und kühlt langsamer ab, wodurch sich das Teil weniger verzieht.
Schlechte Haftung der ersten Schicht
Schlechte Haftung der ersten Schicht heißt, dass die erste Kunststoffschicht nicht ausreichend am Druckbett haftet, sodass sich das Teil beim Drucken löst, verschiebt oder nur ein Kunststoffklumpen entsteht.
Erste Schicht
Die erste Schicht ist die erste Lage Kunststoff, die die Düse auf das Druckbett legt. Haftet sie nicht, misslingt der ganze Druck.
PETG
PETG ist ein zäher Kunststoff für den 3D-Druck und eng verwandt mit dem Material von PET-Flaschen. Im Vergleich zu PLA hält er mehr Hitze, Stöße und Feuchtigkeit aus und eignet sich daher für technische Teile und für draußen.
PLA
PLA (Polymilchsäure) ist das gängigste 3D-Druck-Material und wird aus pflanzlicher Stärke hergestellt. Es ist günstig, präzise und leicht zu drucken, hält aber keine Hitze über etwa 60 °C und kein dauerhaftes Sonnenlicht aus.
QuellenQuellen geprüft 01.11.2026, 2
- Polyetherimide, Wikipedia, geprüft 2026-11-01
- Nichtrostender Stahl, Wikipedia, geprüft 2026-11-01
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